Angelurlaub in Norwegen

Du willst mit deinen Jungs nach Norwegen zum Angeln fahren? Hier findest du jede Menge Tipps für deinen Angelurlaub in Norwegen auf Dorsch, Seelachs, Heilbutt und andere Meeresräuber. Wir geben dir außerdem eine Menge Tipps an die du vielleicht noch nicht gedacht hast!

Anreise mit dem Auto

Basics

Ok, wir waren auch mal jung. Damals sind wir Nonstop von Norddeutschland bis nach Mittelnorwegen gefahren, mit der kürzesten und damit in der Regel günstigsten Fährverbindung von Dänemark nach Norwegen. Das waren dann zu unserem häufigen Ziel Froya ungefähr 24 Stunden auf Achse. Auch wenn die Straßenverbindung durch zahlreiche Tunnel- und Brückenbauten inzwischen deutlich besser geworden ist, reisen wir mittlerweile mit einer Übernachtung an- und ab. Diese legen wir entweder in ein Hotel in Norwegen oder auf die Fähre. Es empfiehlt sich dabei die Fährzeiten zu beachten. Davon ist es abhängig welche Übernachtungs-Variante mehr Sinn macht.

In Norwegen ist das Fahren sehr entspannt. Mit etwas Glück seht ihr Elche auf dem Weg. Und mit noch mehr Glück neben und nicht auf der Straße direkt vor eurem Auto.

Entspannt fahren solltet ihr auf jeden Fall – selbst sehr kleine Überschreitungen des Tempolimits kosten richtig viel Kohle. Apropos Kohle – in Norwegen wird eine Maut erhoben. Es empfiehlt sich, das benutzte Fahrzeug mit Kennzeichnen im Vorfeld anzumelden. Die Abrechnung erfolgt dann einfach per Kreditkarte. Bis zur Abbuchung können einige Monate vergehen.

Welche Karre?

Ein Bus. Punkt. Man sitzt für die lange Zeit im Auto einfach bequemer und hat einen großzügigen Laderaum. Was man alles gebrauchen kann, dazu unten mehr. Wer keinen hat, sollte sich einen mieten, bei mehreren Mitreisenden ist das auch finanziell tragbar. Wir haben auch die Variante PKW + Anhänger durch, das macht aber nicht so viel Spaß. Die Anmietung eines Anhängers ist zwar deutlich günstiger als einen Bus zu mieten, wird aber durch Zusatzkosten auf der Fähre zumindest zum Teil gleich wieder relativiert. Außerdem kann man zumindest in Deutschland und Dänemark auf der Autobahn mit dem Bus deutlich zügiger fahren als mit Anhänger.

 

Anreise mit dem Flugzeug

Hier sind wir offen gesagt blank, haben wir noch nie gemacht und können daher keine erprobten Infos mit euch teilen. Es finden sich aber hilfreiche Artikel auf anderen Seiten. Zum Beispiel bei Dicht am Fisch.

Das Team

Du glaubst, du kennst deine Jungs? Das ist schön für dich, aber willst du wirklich eine ganze Woche oder länger mit ihnen zum Fischen fahren? Klar willst du, und das ist gut so. Dann freue dich auf eine Woche oder länger mit ihnen auf engstem Raum. Danach kennst du wirklich jede Geschichte, auch die, die du eigentlich nie hören wolltest. Du weißt wie es riecht wenn sie vor dir auf dem Klo waren und groß gemacht haben. Natürlich erzählen sie dir noch kurz von ihrer Heldentat, bevor du den Thron erklimmst. Und der eine, der sich immer vornehm nach dem Essen vorm Abwasch drückt und vorm Essen auch zu nichts taugt, weil er nicht kochen kann. Macht ja nichts, Team heißt ja “toll, ein anderer macht’s!” Übrigens, mindestens einer fängt auch mehr und die größeren Fische als du. Und zwar mit deinem Gerät, denn du warst ja gut vorbereitet und hast ordentliches Tackle eingepackt (dazu unten mehr), aber seine Supermarkt-Kombo hat leider der erste Nachwuchs-Seelachs zerlegt. Mit allem diesem Kram kannst du gut umgehen? Bestens, wir haben nichts anderes erwartet, sind ja deine Jungs. Wir wollen dich nur kurz anregen zu überlegen, mit wem du diese lang ersehnte Zeit wirklich verbringen willst. Und sag’  nachher nicht, wir hätten dich nicht gewarnt. Nichts zu danken 😉

 

Die Team-Klamotte

Eine Woche Norwegen, der Dauerregen und die Seekrankheit sowie die miesen Fangergebnisse werden euch zusammen schweißen. Moment, wir fangen noch mal neu an: Eine Woche Norwegen, das freundliche Wetter mit drei bis vier WIndstärken für die perfekte Drift und die krassen Drills der Meterfische werden euch zusammen schweißen. Zeigt, dass ihr ein Team seid – mit eurer individuellen Team-Klamotte. Sie zu tragen macht schon vor Ort richtig Spaß, aber vor allem wird sie euch noch lange danach an den unvergesslichen Trip erinnern. Mit unseren Fin Buddies habt ihr eine tolle Grundlage aller Zielfische in Norwegen, die ihr in unserem Shop individuell mit euren Sprüchen, Namen oder sonstigen Dingen die nur euch interessieren individualisieren könnt. Und damit eure Herzdame sich auch freut, bestellt ihr gleich noch eine Runde süße Baby- oder Kinderklamotten vom T-Shirt bis zum Lätzchen mit, dann sind alle zufrieden.

 

Auf das Revier vorbereiten

Schon bevor es losgeht auf jeden Fall einen Blick auf die Seekarte werfen. Ihr habt keine? Kein Problem, einfach mal Seekarte Norwegen googlen und schnell stößt man auf eine Online Seekarte, auf der man wie gewohnt googlemaps-mäßig navigieren kann. Wer zu viel Tagesfreizeit hat, kann sich auch dort aus zusammengesetzten Screenshots eine Papierversion bauen. Einlaminieren nicht vergessen, sonst ist die schöne Karte nach der ersten Ausfahrt im Arsch.

Ansonsten gibt es deutschsprachig zwei größere Norwegen Angelforen. Dort einfach mal nett fragen, dann gibt’s auch meist gute Infos zum Revier.

 

Wie angeln?

Norwegens Fischwelt ist vielseitig. Während die Naturköderfraktion am liebsten 800g Bleie in über 150 Meter Tiefe über den Grund schleifen lässt, stehen andere lieber mit der leichten Spinnrute im Boot und leiern 20g Blinker durchs Mittelwasser auf Pollack.

Wenn ihr keinen 40tonner für die Fahrt gemietet habt, in dem ihr Bleie, Köder und 8 Ruten pro Nase unterbekommt, seid euch vorher besser klar, wie gefischt werden soll.

Ganz gut aufgestellt ist man mit einer mittleren Hecht Kombo fürs Uferfischen und das leichte Angeln vom Boot bei Ententeichwetter, und einer Rute die auch mal 150 – 200g Ködergewicht verträgt. Stationärrolle oder Multi? Das ist egal, jeder womit er besser klar kommt. 

Wer es denn auf Großleng und die anderen Bewohner der Tiefe abgesehen hat, darf gerne noch etwas in den 30-50lb Klasse, dann auf jeden Fall mit Multi und mindestens 300m Schnur mitnehmen.

Für die “normalen” Angeltiefen für Kunstköder von 10-100 Meter müsst ihr es bei der Schnur-Tragkraft auch nicht übertreiben, es sei denn, ihr fischt gezielt auf Heilbutt. Ansonsten reichen 10-15Kg aus, und auch damit kann man anständige Butts ausdrillen, man bewegt sich ja in der Regel über freiem Wasser.

Entsprechend “klein” dürfen die Rollen ausfallen, 4000er/5000er Stationärrollen (Shimano-Skala) reichen aus. Die Rollen sollten explizit salzwasserfest sein, sonst ist die Gefahr groß, dass ihr sie nach einem Urlaub wegschmeißen könnt. Zur Rollenpflege unten mehr. 

Scheu vor Vorfächern kennen die Fische in Norwegen nicht. Darf bei größeren Ködern und hoher Erwartung an Großfisch ruhig 0,60-0,80er Monofil sein, daran kann man dann auch etwas größere Fische noch sorgenlos aus dem Wasser heben. Für das leichtere Kunstköderangeln und von der Küste empfiehlt sich Vorfach um die 0,35-0,45. Dünner sollte es nicht sein, die Pollacks warten nur darauf euer Vorfach am nächsten Stein zu zerreiben. Ein Spezialfall beim Küstenfischen können sehr dichte Tangfelder sein, hier kann man sogar ein Stück dünnes Stahl als Sense einfügen, damit man die Pollacks aus dem Kraut zerren kann. In der Regel geht es auch ohne, das haben wir nur geschrieben um wie die Ober-Experten zu wirken 😉

Ansonsten liegt ihr mit Gummifischen in allen Größen nie verkehrt, kaum ein Bewohner der Fjorde lässt sich damit nicht hin und wieder fangen. Pilker sind auch immer ne Bank, aber das Angeln gestaltet sich dann meist deutlich anstrengender.

Nützliche Tipps fürs Bootsangeln

Die Organisation auf dem Boot

Auf dem Boot gibt es eine Konstante: nichts bleibt konstant an seinem Platz, es sei denn ihr habt es gut verwahrt. Insofern empfiehlt es sich, die Ruten nie “einfach mal so” abzulegen, sondern immer in die hoffentlich in ausreichender Zahl vorhandenen Rutenhalter zu stecken. Wir nehmen in der Regel zusätzliche Rutenhalter mit, die sich an der Rehling montieren lassen.

Praktisch ist noch eine Multi-Zange die man immer am Mann hat, gerne mit einem kleinen Seitenschneider. Damit kann man sehr gut das dicke Vorfach schneiden, wenn man mal neu montieren muss.

Es ist außerdem sehr sinnvoll das Boot nicht zuzumüllen, siehe “Ringelpietz ohne Anfassen”.

Beim Fischen

Beim Angeln ist es sinnvoll, in der Nähe jedes Anglers eine Zange zum Hakenlösen bereit zu halten. Es ist blöd, wenn mehrere Fische gleichzeitig an Bord kommen und man dann quer durch den Kahn latschen muss um an eine Zange zu kommen. Gleiches gilt für einen soliden Knüppel für das Absegnen des Fanges. Dann noch ein scharfes Messer, mit dem man am besten sofort einen Kehlschnitt setzt. Das sorgt für ein schnelles Ausbluten der Fische und verhindert unschöne Blutablagerungen im Filet. Und damit wären wir bei einem besonders appetitlichen Teil – der Suppe in der Fischkiste, die sich schnell bilden wird. Sie besteht aus Wasser, Fisch-Kacke und Blut. Scheint dann noch schön die Sonne, riecht es recht bald gar wunderbar. Bewahrst du ein einer solchen Suppe dein Essen auf? Besser nicht, insofern immer mehrere Fischkisten mit aufs Boot nehmen, die Fische von Zeit zu Zeit umschichten und die eklige Brühe über Bord kippen. Oder eine Portion für die Schwiegermutti mit einpacken, wenn ihr sie nicht so gern habt.

Im Sommer ist es durchaus empfehlenswert Eis mit an Bord zu nehmen, wenn das in eurem Camp verfügbar ist. Im Minimum sollte man die Fischkiste mit einer weiteren (leeren) Kiste abdecken und so für Schatten auf dem Fisch sorgen.

Ringelpietz ohne Anfassen

Während des Fischens ist es empfehlenswert, keine starren Plätze im Boot zu vergeben. Durch die meist anzutreffende Drift ist es ohnehin notwendig, dass man die Plätze durch wechselt, damit man die Drift sauber ausfischen kann, d.h. den Köder so lange wie möglich in einer sinnvollen Wassertiefe führen kann. Für Anfänger ist es tendenziell etwas einfacher in der Abdrift zu fischen, da man den Köder dort nur herunter lassen muss. Am meisten effektive Köderzeit im Wasser gewinnt man aber, wenn man in Driftrichtung leicht neben das Boot wirft, den Köder dort absinken lässt und noch vor dem Boot anfängt zu fischen. Dann kann man am Boot vorbei und weiter in der Abdrift fischen – und während dessen lustig die Plätze an Bord tauschen. Blöd, wenn jetzt das Boot komplett mit irgendwelchem Krempel voll gestellt ist.

Fang versorgen

Norwegen limitiert die Menge an Fisch, die pro Nase ausgeführt werden dürfen auf 10 bzw. 20 Kilo. Daher acht es absolut Sinn, den Fang nicht komplett mit Kopf einzufrieren sondern als Filet. Wie ich meinen Dorsch fachgerecht filetiere, dazu hat Youtube hunderte Videos bereit.

Achtet beim Filetieren auf kleine gelbe Würmer im Fleisch. Das sind Nematoden, für den Menschen zwar nicht gefährlich, aber äußert unappetitlich. Dreimal dürft ihr raten wie oft eure Frau noch mitisst wenn sie zu Hause Würmer im Filet findet.

Auch wenn diese Würmer schon sehr ekelig sein können, auch das ist noch zu toppen: Wenn ihr morgens um Acht bei strahlendem Sonnenschein rausfährt, den Tag über die Kisten gut füllt, und dann abends beim Filetieren die ersten Fänge des Tages wieder in den Händen haltet. Zwölf Stunden in der Sonne bekommen dem Lebensmittel Fisch einfach nicht so gut, deshalb sorgt entweder für Eis in den Kisten, oder entnehmt die Fische für die Küche und die Kühltruhe erst im letzten Tagesdrittel.

Und wenn man der Fleischqualität noch einen richtigen Dienst erweisen möchte, vakuumiert man die Beute fachgerecht. Folien- und Beutel Vakuumier- und Schweißgeräte gibt’s von günstig bis zu high end (LaVa).

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